New Deal


New Deal
New Deal 〈[ nju: di:l] m.; - -; unz.〉 die Wirtschaftspolitik Roosevelts seit 1933 zur Bekämpfung der Wirtschaftskrisen [engl., „neues Austeilen, Geben der Spielkarten“ (wobei jeder der Mitspieler wieder Gewinnchancen erhält)]

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New Deal ['nju: 'di:l ], der; - - [engl., eigtl. = neues Geben (im Kartenspiel)]:
wirtschafts- u. sozialpolitisches Reformprogramm des ehemaligen amerikanischen Präsidenten F. D. Roosevelt.

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New Deal
 
['njuː 'diːl; englisch »neues Geben« (im Kartenspiel)] der, - -, F. D. Roosevelts plakative Bezeichnung für sein 1933-39 durchgeführtes staatsinterventionistisches Reformprogramm zur Neubelebung der amerikanischen Wirtschaft und Politik im Zeichen der Chancengleichheit für alle, das die Folgen der Weltwirtschaftskrise überwinden sollte. Der New Deal war gekennzeichnet durch eine Fülle pragmatischer Einzelmaßnahmen ohne einheitliche Konzeption.
 
In der Frühphase (1933-35) überwogen Notstandsmaßnahmen zur Stabilisierung des Bank- und Börsenwesens (u. a. Trennung von Depositen- und Investitionsgeschäft, Kontrolle des Wertpapiermarktes), daneben solche zur Eindämmung von Produktion und Konkurrenz der Landwirtschaft und Industrie. Hinzu kam ein groß angelegtes Entwicklungsprojekt für das sieben Staaten umfassende Stromgebiet des Tennessee unter der Tennessee Valley Authority (TVA). Unmittelbarer Not begegneten Unterstützungsmaßnahmen für Farmer und Hauseigentümer sowie Arbeitsbeschaffungsprogramme. Inflationär wirkende Geld- und Währungspolitik (Abgehen vom Goldstandard, Abwertung des Dollars auf 59,06 %) sowie aktive Außenwirtschaftspolitik (Politik der »guten Nachbarschaft« gegenüber Lateinamerika, Handelsverträge) sollten durch höhere Inlandspreise und Exportsteigerung den Aufschwung fördern, der jedoch ausblieb. So wuchs die politische Opposition (u. a. geführt von der konservativen Liberty League, 1934), die den stärker reformerischen Zug der zweiten Phase des New Deal (1935-38/39) prägen half: Maßnahmen zur Disziplinierung der Großunternehmer (Entflechtung großer Energiekonzerne, stärker progressive Steuern seit 1935) und eine für breite Bevölkerungsschichten, namentlich die Arbeiterschaft, gedachte Sozialgesetzgebung (Festigung der Stellung der Gewerkschaften, Anfänge einer nationalen Sozialversicherung, öffentlicher Wohnungsbau). Das nationale Bankwesen wurde strenger geregelt und eine beweglichere Diskontpolitik ermöglicht. Auch der Not leidenden landwirtschaftlichen Arbeiter und Pächter und der besonders betroffenen Indianer nahm sich der New Deal jetzt an, kaum allerdings der Frauen und der Schwarzen. Als der Supreme Court 1935/36 u. a. die wirtschaftlichen Maßnahmen als verfassungswidrig außer Kraft setzte, wurden sie für bestimmte Teilgebiete durch Neufassungen ersetzt, eine grundsätzliche Auseinandersetzung mit dem Supreme Court 1937 durch geschicktes Taktieren auf beiden Seiten entschärft. Das anfängliche Misstrauen der Gewerkschaften ließ sich so rasch überwinden, ihre gesellschaftliche und politische Stellung ausbauen, wenn auch schwere Arbeitskämpfe und ein durch vorzeitige Aufgabe defizitärer Haushaltspolitik ausgelöster Konjunktureinbruch (1938) den Prozess behinderten und die Arbeitslosenzahlen wieder über 10 Mio. stiegen. Groß angelegte Arbeitsbeschaffungsprogramme änderten dies kaum.
 
Zwar war der New Deal wirtschaftspolitisch nur teilweise erfolgreich, doch er bewirkte eine allgemeine Aufbruchsstimmung und förderte das Prinzip des modernen Sozialstaats, dem zufolge die Öffentlichkeit, repräsentiert durch die Bundesregierung, für das Wohlergehen der Gesamtgesellschaft verantwortlich ist. Diese Stärkung der Zentralgewalt bedeutete eine Veränderung der traditionellen Grundlagen des politischen Denkens in den USA.
 
 
The N. D., hg. v. J. Braeman u. a., 2 Bde. (Columbus, Oh., 1975);
 J. B. Kirby: Black Americans in the Roosevelt era (Knoxville, Tenn., 1980);
 R. Biles: A N. D. for the American people (Dekals, Ill., 1991);
 A. J. Badger: The N. D. (Neudr. New York 1993);
 J. A. Schwarz: The new dealers (Neuausg. ebd. 1994);
 E. Angermann u. H. Wellenreuther: Die Vereinigten Staaten von Amerika seit 1917 (91995);
 W. E. Leuchtenburg: Franklin D. Roosevelt and the N. D.: 1932-1940 (Neudr. New York 1995).
 
Hier finden Sie in Überblicksartikeln weiterführende Informationen:
 
Roosevelt: New Deal
 

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New Deal ['nju: 'di:l], der; - - [engl., eigtl. = neues Geben (im Kartenspiel)]: wirtschafts- u. sozialpolitisches Reformprogramm des ehemaligen amerikanischen Präsidenten F. D. Roosevelt.

Universal-Lexikon. 2012.

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